What's it about?

Die kompletten Aufzeichnungen über mein Abenteuer NEUSEELAND.
Lest selbst, ich weiß auch noch nicht, wie's ausgeht! :)

Freitag, 19. August 2011

Famous Last Words


Ja, es ist tatsächlich schon so weit. Alles is vorbei, dies ist mein letzter Blogeintrag. Sechs Monate, eine Woche und drei Tage sind vergangen, seit ich in Auckland gelandet bin und mein Abenteuer begonnen habe.
Es kommt mir vor, als sei ich nur zwei Wochen hier gewesen, die Zeit verschwimmt aber schon, es ist alles so unwirklich und ich bin verwirrt. In ein paar Tagen verlasse ich Neuseeland, dann ist es endgültig aus. Noch zwei Tage Layover in Singapur und dann geht's wieder zurück in die wirkliche Welt, zurück nach München, zum MTG, zum Land mit U-Bahnen und zu vielen Gangstern, echtem Brot und keinen Schuluniformen. Ich hänge im Moment in einer ziemlichen Zwischenwelt, ich weiß nicht mal, was ich wirklich davon halte, dass ich wieder “nach Hause” komme. Ich freue mich auf euch, liebe Freunde und Familie, aber ich lasse hier auch ganz schön viel von mir zurück.

Im Moment sitze ich in einem Backpacker am Surf-Highway (Nein, das ist keine Straße, so nennen die nur die Westcoast hier, weil du praktisch an jedem Strand wunderbar surfen kannst), in Piha (ca. Eine Stune von Auckland weg)... Meine Eltern sind schon lange da und wir sind gerade heute von Dunedin nach Auckland geflogen, nach unserem wirklich schönen Südinsel-Trip. Ich habe Surfer beobachtet und mich ein bisschen vor den tonnen von Seesternen geekelt, die am Strand an den Felsen klebten. Einer ist ja ganz nett, aber wenn da plötzlich 257 von diesen achtarmigen, eigenartigen Kreaturen pappen, da graust's mich dann schon.
Wir waren in einem schrägen Pub hier, mit einem netten Barkeeper, der ständig zwischendrinn Billiard gespielt hat (der Typ hat in zehn Minuten alle Kugeln weggeräumt! O,O) und uns Getränke umsonst gegeben hat, weil die nur Cash akzeptiert haben und wir nur noch wenig hatten.
Ich habe Lisa Simpson in den Sand gemalt und musste meinen Vater gestern (auch an einem Strand) davon abhalten so zu tun, als sei er ein Austernfischer (ein Vogel), indem er einen Stock genommen hat, draufgebissen hat und dann rumgepickt und rumgewatschelt ist, wie einer dieser komischen Vögel. :)
In Queenstown habe ich meine Eltern zur Kawarau Bridge geschleppt, damit sie den Bungy Jumpern zuschauen und ich bin sehr stolz darauf, das mein Papa nach einigem Überlegen sich ebenfalls 43 Meter in die Teife stürzte und es absolut toll fand. :D
Aufgrund der Verständigungsprobleme die meine Eltern mit den Kiwis zu haben scheinen (“Die nuscheln alle so!” “Was hat der gesagt? Ich hab kein Wort verstanden. Redet der Englisch?” “Kannst du bitte mit dem reden, ich versteh den nicht”) spiele ich hier also ab und zu den Übersetzer. Das kann schon ein Problem werden, weil die Kiwis, vorallem die Südinselianer gerne mal ein bisschen mit fremden Touristen schwatzen. Ich glaube, deren Hauptproblem ist, dass die kaum den Mund aufmachen bei reden und ich mir das auch langsam angewöhne. Naja. Wird schon. Aber ich musste erklären, dass hier kaum “you're welcome” nach einem “thank you” gesagt wird, sondern eigentlich nur “ye, no worries (mate)”... “Good as gold” kommt mir schon gar nicht mehr komisch vor, ist aber etwas verwirrend wenn man nicht weiß, dass es eigentlich nur “ok” heißt. “Good on ya”, “G'day”,... alles erstmal wirklich unverständlich.
Neulich hat ein älterer Herr mit uns geredet, der sah aus wie ein zerfurchter Fischer, war aber ein zerfurchter Traktor-Verleiher und der erzählt fröhlich eine Geschichte, wie vor ungefähr 35 er und seine Freunde betrunken in einem Polizeiauto gefahren wären und dann ein bisschen eine Klippe runtergefallen seien. Aber das war leider ein waschechter Kiwi und der redete ungefähr so: “So, me an ma mates, we wa on theee piss and theeen, ya know, day juuust haad pat in seatbelts,...” Und ich meinte neben bei: “On the piss heißt auf Sauftour”... “Er hat gerade “then” gesagt.”... :P
Heute hat uns Jeff, unser landlord, also der typ, dem das backpacker's gehört meiner Mam und mir Rugby erklärt, das ist echt interessant, wenn die eine Scrum machen, also sowas ähnliches wie ein huddle, dann hängt da einer in der Mitte, Füße vom Boden weg und versucht den Ball zu kicken und die anderen drücken gegeneinander und versuchen den Ball zu ihrer Manschaft zu schieben... jaja, ein lustiges Spiel. Und sie heben einander hoch, wenn sie den Ball fangen wollen. Hahaha.

So, jetzt aber wieder zurück zum Thema, mein letzter Eintrag.

Ich habe so vie erlebt in den letzten Monaten, habe so viel gelernt, so viel überwunden und so viel Spaß gehabt, dass man es nicht in müßige Worte verpacken kann.
Ich kann jedem nur empfehlen sowas zu machen, aber ich muss sagen, es hat seine Höhen aber auch definitiv seine Tiefen. Man muss Dinge alleine meistern und ab und zu auch mal einstecken oder mit Heimweh kämpfen oder einfach nur mit der Tatsache, dass man erstmal nicht so richtig reinpasst. Dinge können schief gehen, man muss sich vom gewohnten Luxus: “Irgendwer macht das schon für mich” mal entfernen und sich darüber im Klaren sein, dass man nicht Prinz oder Prinzessin Tausendschön ist, sondern jemand, der plötzlich sehr auf sich allein gestellt ist.
Aber ich habe es so genossen, ich bin so froh, dass ich mich dazu entschieden habe. Ich glaube, ich habe mich verändert, aber das ist gut so.
Ich werde dieses halbe Jahr nie vergessen und es wird immer etwas besonderes sein. Ich habe tolle Menschen kennen gelernt und erlebt wie es ist, hier wirklich zu leben, was einen echten Kiwi ausmacht und wie man sich hier so zurecht findet.
Ich werde garantiert hier her zurück kommen, Neuseeland ist ein wunderschönes Land mit Bergen, Urwäldern (wirklich, das schaut aus, als würde dir gleich der T-Rex entgegen hüpfen), Flüssen, Meer, Strand, Sonne, Regen, Freundlichkeit, Entspannung und Isolation, aber irgendwie im guten Sinne. Ich hatte hier plötzlich Zeit für alles und für mich. Ich hab auch irgendwie mich besser kennen gelernt und ich weiß, dass ich meine Grenzen weiter ziehen kann, als ich dachte.
Ich hatte Glück, meine Gastfamilie war toll und meine Schule war unglaublich. Aber ich glaube, selbst wenn das nicht so gewesen wäre, dann hätte ich es immer noch als eine der besten Zeiten meines Lebens bezeichnet.

Wenn ich jetzt sechs Monate zurück gehen könnte, und meinem etwas verunsichertem, euphorischem und gleichzeitig verängstigten Ich am Münchner Flughafen etwas sagen könnte, dann wäre es: “Mach dir nicht so viel Gedanken.” Das hab ich hier wirklich gelernt. “Das wird schon”. So leben die hier und so lässt es sich auch leben. Ich neige sowieso dazu alles zu überdenken, mir die schlimmsten Szenarien aus zu malen und so weiter und ich glaube, ich konnte das hier ein bisschen ablegen.

Ganz egal, was für ein Mensch ihr seid, ich kann mir nicht vorstellen das ein Auslandsjahr, egal wo, irgendwem schaden könnte.

So. Das war's tatsächlich schon.

Jana is logging off.
Over and Out.

Donnerstag, 14. Juli 2011

sparkle attack in Physics and problems with closed windows...

Okay. Eine weitere schöne Geschichte, bevor alles hier zu Ende geht.
Wir hatten mal wieder Physik. Im Klassenzimmer neben an, eine lärmende 8. Klasse, voll mit lärmenden 13 Jährigen, die nicht lernen wollten. Einer von ihnen war besonders böse und schmiss aus irgendeinem unerfindlichen Grund eine Schachtel mit Glitzer in die Luft, mit dem Ergebnis, dass das ganze Zeugs auf ihm landete und vor allem auf seinem Gesicht. Vielleicht wissen ein paar von euch, wie sehr der Unsinn klebt.
Die Lehrerin brachte also etwas entnervt den Bösewicht in unsere Klasse, zur Strafe. Damit ihm unbehaglich wird, wenn er klein und allein zwischen 20 Zwölftklässlern sitzt oder sowas.
Jedenfalls kam er durch die Tür und Michael neben mir schrie entsetzt: "OH MY GOD! Edward fucking Cullen is back!!!" Ich musste so lachen, ich wär fast von diesen dummen Barhocker-Stühlen gefallen. Der kleine Sparkle-Kerl grinste und war einfach nur froh, dass er nicht böse vermöbelt wurde oder sonst was, was er anscheinend erwartet hatte... Währenddessen machte Michael munter weiter. "I'm telling you! It's Twilight all over again." Der Kleine hatte sich inzwischen neben ihn gesetzt und versuchte sich den Glitzer vom Gesicht zu kratzen.
Wir beachteten ihn eine Weile nicht, aber als ich nach ca. 15 Minuten zu meiner Linken schaute, war er plötzlich weg. "Eh! Where did Edward go?" Er kam dan wieder. Komplett durchnässt. Hatte sich unter die Wasserfontäne gestellt, um das Zeugs ab zu bekommen. Ach ja. :P

Heute morgen saß ich neben Ricki und Trent in Mathe. Es regnete in Strömen und um zwanzig nach Neun beobachteten wir eine arme Seele, die verwirrt über die Bleachers irrte, ohne Jacke, ohne Schirm.
Trent öffnete das Fenster und rief: "Oi! Dude, use an umbrella!"
Darauf hin schrie Vivek, fünf Reihen weiter vorn: "Yeah man! put somethin' over your head!" Wir guckten ihn etwas erstaunt an, bis Trent meinte: "Uh, bro. You actually have to open your window, ... so he can hear you..." ;)

Ansonsten, heute war mein vorletzter Schultag. Es war ganz schön traurig. Ich hatte eine wirklich schöne letzte Drama Stunde. Saßen auf der Bühne des Auditoriums, hörten Musik, aßen "lollies" (deren Süßigkeiten) und machten Bilder. Achja, und sollten noch an irgendeinem Template für unser letztes Stück arbeiten... Naja. ;)
Ich zwang alle auf meinem Schul T Shirt zu unterschreiben und alle waren, zu meiner überraschung, wirklich sehr, sehr traurig, dass ich bald geh. Also, ich mein, ich wusste das sie mich mochten und alles, aber selbst Leute, die ich kaum kannte, meinten sie würden mich vermissen und wollten Fotos machen, etc. :) Najaaaa...
Morgen ist also mein letzter Tag... ganz schön gruselig. Ich hoffe, dass morgen alles glatt geht.

Cheers

Freitag, 8. Juli 2011

Countdown Begins

Es geht rasend schnell dem Ende zu. Aber ich schreibe natürlich weiter.

Ich möchte euch ein bisschen mehr über Taylor, den Maori aus meiner Outdoor Klasse erzählen. Dieser Mensch ist einfach zu lustig um in aus zu lassen.
Beginnen wir damit, dass Taylor ungefähr drei mal so breit ist wie ich (nicht dick. Gar nicht. Nur breit.) und jeden anderen Menschen um gut ein einhalb Köpfe überragt.
Wir haben neulich Touch in Outdoor gespielt. Das ist eigentlich wie Rugby, nur dass du den Gegner nicht einfach über den Haufen rennen kannst, oder dich an seinem Bein verbeissen um ihn dann zu Boden zu bringen, sondern in lediglich mit beiden Händen berührst, damit er/sie den Ball aufgeben muss.
Taylor war in meinem Team und alle Leute kamen ihm eigentlich nicht mal nahe, wenn er mit dem Ball los startete. Nur Thomas stand unglücklicher Weise im Weg und Taylor, ihn eigentlich nur scherzhaft zur Seite schieben wollend, rannte den armen Kerl komplett um, sodass es diesen auf den Boden haute und er kurz ohnmächtig wurde. Er wachte etwas verwirrt und perplex auf, einen ziemlich zerknirschten Taylor neben sich. :) Als ich danach irgendwem die Geschichte erzählte: "Did you hear? Taylor ran into Thomas and he was knocked down completly", meinte Joe, der dabei gewesen war: "Taylor runs into anything and it's knocked down completly. Even a fricking house." ;)
Das seltsamste ist aber, dass dieser Mensch eigentlich ganz still und höflich ist, wenn du mit ihm redest. Fast sensibel. Aber nicht wenn es um Sport geht. Vor allem dann nicht, wenn wir mit den Year 11nern spielen müssen. Dann baut er sich normalerweise einfach vor dem gegnerischen Team auf und grinst. Die verschwiden dann ganz schnell. ;)

Neulich in Physik redeten wir über Elektrzität und mein Lehrer erzählte irgendwas von Strom und das Netzwerk in Neuseeland und meinte dann: "Yeah, so during half time at the final of the rugby world cup, there will be an energy crisis in New Zealand... People will use the oven to make food, you know. Maybe hotdogs, pasta... People make sandwiches..." Ich guckte ihn verwirrt an und Michael meinte "Uh, Sir. You don't need power to make a sandwich." Die Klasse grinste, aber Mr Curwen guckte vielsagend. "My sandwiches are superior!" Wir verbrachten die restlichen zwanzig Minuten damit, über verschiedene Sandwiches zu reden. Das war nett.

Andrew macht sich seit ungefähr einer Woche einen Spaß daraus, Mr. Law's Word auf seinem Laptop zu verstellen, sodass, wenn unser Englischlehrer etwas schreibt, Worte wie "to", "the" oder "a" mit anderen Worten ersetzt werden. Das ist wirklich lustig... Das geht ungefähr so: "Okay, people. So, I'm gonna write down an examle for you" (durch die smartboards sehen wir natürlich gleich, was er schreibt) *schreibt* "In 1993 HELLO MR. LAW Mr. Miller was ANDREW IS AWESOME!..." Hihihihi. ;)

Cheers (p.s. kommentiert mal wieder!)

Sonntag, 3. Juli 2011

Bits and Pieces

Ich werde jetzt etwas kreuz und quer schreiben, ein paar Sachen sind vor dem Outdoor Camp geschehen, aber ich glaube ihr legt jetzt nicht sonderlich großen Wert auf chronologische Richtigkeit, oder? Eben. :)

Zunächst eine weitere Geschichte direkt vom Camp. Am Morgen nach der etwas unbequem Nacht unterhielt ich mich mit Brodie, wir waren beide völlig verpennt, hatten unseren Schlafsack noch um die Beine und guckten mit glasigen Augen unseren provisorischen Pancakes beim braten zu. Jedenfalls beschwert sich Brodie über seinen Mit-Zelter James, der anscheinend ein übler Schlaf-Redner und gleichzeitig ein überzeugter BMXer ist. Wie das zusammen hängt? Naja, es gibt eine ziemlich große Rivalität zwischen den Skatern und Bikern bei der nahegelegenen Halfpipe. Jedenfalls hatte James anscheinend während der gesamten Nacht böse herumgeschimpft und die Dinge gesagt wie: "Bikes! Fuckin' Skaters... fuckin Idiots... Bikes!" :D
Zweitens, es gibt eine neue Geschichte von Mr. Law meinem Englisch Lehrer! Jason und Sacha hatten beide ihre Hausaufgaben zum 4737493sten Mal nicht erledigt und sie wurden nach vorne geschickt. Ich schrieb währenddessen in meinem Heft herum und achtete nicht sonderlich auf die beiden, als ich den Kopf hob und zusehen konnte, wie Mr. Law gerade ein Seil um die beiden band und sie aneinander fesselte. So. Sie müssten nun so bleiben, bis sie die Hausaufgaben fertig hatten! :D Die beiden wankten etwas unkooridiniert zu ihren Plätzen neben mir und versuchten vergeblich sich hin zu setzen... Die Stunde war natürlich gelaufen. ;)
Und dann noch eine nette Anekdote vom Ball Dress Shopping. Chandree's mam hatte uns beide in die Stadt mitgenommen und fuhr uns herum. Chandree hatte alle Adressen von den Shops aufgeschrieben, zu denen sie wollte. Erstmal muss ich euch von der berüchtigten "K-Road" erzählen. Das ist Aucklands Reeperbahn. Außerdem heißt die natürlich nicht K-Road, sondern hat irgendeinen Maori Namen, wie die meisten Straßen hier, dieser ist aber viel zu lang und kompliziert, sodass jeder nur den Anfangsbuchstaben nennt, eben K. :D Außerdem suchten wir jedes Mal verzweifelt nach der richtigen Adresse und ich fühlte mich knapp sechs Jahre zurück versetzt, als ich mit meiner lieben Mutter durch Halifax irrte und nach "Mumfort Road" Ausschau hielt... Genauso ging es uns in Auckland.

Ja, so viel zum up catchen mit den neusten Events. Morgen ist ein "Teacher's only day", ich muss also nicht zur Schule. Nächstes Wochenende ist mein letztes offizielles Wochenende bevor meine Eltern kommen... Es sind also nur noch zwei Wochen Schule vor mir... Das ist wirklich wahnsinnig, wie schnell das ging.
Troy redet immer mehr davon, wie man mich kidnappen und hier behalten könnte und langsam beginne ich mich zu wundern, wie ich mich zuhause wieder einfinden werden kann...

Achja, apropos Troy, er bat uns vor ein paar Wochen für sein Media Assessment zu schauspielern. Er muss ein Musikvideo machen und wir sollten darin spielen... Das war wahnsinng lustig. Sean spielte die Hauptperson und die ganze Sache handelte von ihm, wie er auf einer Party seinen drink gespiked bekommt und dann so eine Art schizophrene Erfahrung durchmacht. Wir mussten ihn über die Straße jagen und er sollte für eine Szene kolabieren und übte das Hinfallen bis er sich fast das Handgelenk brach. :D Außerdem rannte er einmal ausversehen komplett ins Wasser, als wir nachts am Strand filmten und es zu dunkel war um irgendwas zu sehen.
Wir filmten ab und zu auf Troys Balkon, wenn er Sean aus der Vogelperspektive sehen wollte. Ich kam mit rauf um den Lichthalter zu spielen und sah den unglaublichen Ausblick den dieser junge Herr von seinem Balkon hat... Es war dunkel und man konnte über ganz Gulf Habour, Standmore Bay und Red Beach blicken. Links war gleich das mehr und ganz weit hinten sah man Auckland's Lichter blinken...

Ich habe erfahren, dass es hier wirkliche "Territorien" gibt. Nicht nur Auckland und Canterbury und so weiter, sondern unoffizielle Terrains. Wir sind teil der "Coast" und die "Coasters" gehören zu den, wie sie sich selber bezeichnen, nicht so drogenhantierenden und klügeren Leuten, die nicht ihre Zukunft weg werfen, wie zum Beispiel die Leute in South Auckland. Ah ja.
So. I have to go. Cheers

Montag, 27. Juni 2011

The glamourous Ball

Also. Am Samstag war er also. Der "Ball" auf den alle so sehnsüchtig gewartet haben...
Um ca. 12 Uhr mittags nahm ich den Bus zu Chandree. Dort war bereits Ashley und natürlich Jordan, Chandree's Mitbewohner. Wir begannen uns fertig zu machen und backten gleichzeitig "Cupcakes" für den Pre-Ball. Das ganze dauerte natürlich seine Zeit. Chandree hat diese clip-in hair extensions und Ashley und ich verbrachten fast eine halbe Stunde damit, die alle rein zu clippen und in Locken zu drehen. Aber wir leisteten sehr gute Arbeit. ;)
Ich war sehr stolz auf mein eigens kreiertes MakeUp (ich zahlte also keine $200 für irgendeinen MakeUp Artist), überlegte kurz meine Haare in Locken zu drehen, aber das mir dann zu blöd, also fabrizierte ich meine gewohnten Spikes und zog das etwas unbequeme schwarze Kleid an, was ich eine Woche vorher erstanden hatte. Ihr könnt es auf den Fotos sehen. Ich hab mich gegen ein bodenlanges Ballkleid entschieden, das kann ich ja eh nie wieder verwenden, im Gegensatz zu einem Cocktail Kleid. Naja.
Dann noch die, wie sich später herausstellen sollte, zehn-brechenden Schuhe, und so gegen vier Uhr nachmittags waren wir fertig.
Jordan lungerte immer noch in Jogginhose herum, zog aber überall wo er hinging seinen Tuxedo hinter sich her. Wir wollten Fotos im Garten machen, aber plötzlich ging sinflutartiger Regen hinunter, also warteten wir auf Ashleys Mam, die uns zu sich mitnahm und Ashleys Schwester machte ein paar nette Fotos mit ihrer Pro-Kamera. ;)
Wieder zurück bei Chandree warteten wir auf Sean, der auch bald auftauchte, komplett mit Zylinder und einem echten Pinguin Anzug... diese traditionellen. :D Sah wirklich gut an ihm aus. Wie Charly Chaplin. ;)
Dann ging es zum Pre-Ball. Dort waren ganz viele Leute, ganz viel Essen und es wurden ungefähr 2393 Bilder geschossen; "only the girls", "only the guys", "couples", "friends", "groups",...
Wir guckten uns die ersten Kleider der anderen an und ich fand mich zwischen irgendwelchen Year 13ern wieder, die darüber diskutierten, ob man das ganze Essen in den Partybus schmuggeln könnte...
Besagter Bus kam auch bald, der sollte uns ca. 30 Leute nach Auckland zum Civic mitnehmen, wo der Ball statt fand. Das war lustig, ich bin fast gestorben als ich in den Bus rein geklettert bin, mit diesen dummen hohen Schuhen... Der Bus war grün, blau und rot beleuchtet und mit Musik zugedröhnt... So ratterten wir also nach Auckland City.
Dort angekommen fanden wir heraus, dass die Türen erst in ca. 30 Minuten geöffnet werden würden... Also flüchteten wir, vorallem auf drängen der leicht bekleideten Mädels, in die nahe gelegene Mall. Dort war es warm. Aber die Leute haben ganz schön geguckt als plötzlich ein Pack leicht verwirrter Teenager in Anzug und Ballkleidern durch die Mall rannten.
Wir warteten in der Gaming Arcade und nach ein paar Runden Shuffle Puck gingen wir wieder raus und warteten vor den großen Glastüren des Civic Theatres. Während ein roter Teppich (!) ausgerollt wurde, drängten sich immer mehr Leute vor der Tür. Fast die komplette 12. und 13. Jahrgangsstufe war anwesend. Alle sahen wirklich toll aus, man begrüßte wen man sehen konnte und dann erschienen zwei Security Typen, wie aus dem Bilderbuch, schrankhaft, unsympathisch und mit einem Knopf im Ohr. Wir wurden komplett durchgecheckt, Taschen, die Jungs wurden abgetatstet und dann durften wir endlich rein... Wir standen erst mal so 45 Minuten in einem kleinen Saal, bis alle rein kamen. Dort begutachtete man alle anderen Leute, begrüßte jeden und alles und machte noch mehr Bilder.
Alle Mädels hatten sich aufgestyled, die Haare meistens zu Engelslocken gedreht und kunstvoll verknotet... Die Kerle mit Krawatte und Manschetten, sehr "smart". ;)
Aber dann wurde es noch besser. Wir gingen die Treppen zum Ballsaal runter... Mein Gott, das war echt riesig. Ungefähr so 50 Tische für jeweils acht Personen, Tanzfläche, DJ Pult, Buffet... Wie eine Gala, wie man sich das so vorstellt. Kaum war die Musik an rannten die Leute auf die Tanzfläche und ich war plötzlich sehr glücklich mit meinem nicht langen Kleid, weil mir nicht ständig irgendwer drauf stieg...
Es wurden sehr amerikanische Awards vergeben: "Princess" und "Prince" (für Year 12), "Queen" und "King" (Year 13), best dress, ... aber auch witzige wie "Mr. Skuxx" und "I wish my girlfriend was here"... Als "Mr. Skuxx" ernannt wurde machte der ganze Saal das Geräusch von "ksksks", also "xx"... :D
Später kamen noch Bauchtänzerinnen, da das Thema ja "Arabian Nights" war. Die gesamte männliche Besatzung des Raumes guckte mit offenem Mund zu und jubelte am Schluss als wären die Rolling Stones gerade herein spaziert. ;)
Man tanzte oder aß sich an dem Buffet satt, ich zog irgendwann meine Schuhe aus, weil das zu sehr weh tat und rannte barfuß herum, Sean legte eine beeindruckend ähnliche Impression von John Travolta hin, also sie plötzlich dieses komische Lied von "Grease" spielten... You're the one that I love, ouh, ouh, ouh... ;)
Aber natürlich wurde auch "Apple bottom jeans and the boots with the fur, FUR!" gespielt, was alle ganz herrlich fanden. xD
Es gab einen professionellen Fotograph der Fotos von Leuten auf einer Couch mit blauem Hintergrund und Blumen machte... Mrs. Savage, meine Drama Lehrerin war leicht beschwippst und plankte die ganze Zeit auf der Bar herum. hahahahahahaha.
Irgendwann schlug es 12 und es war Zeit zu gehen. Ich war relativ müde und froh nicht auf irgendeinen der Afterballs zu gehen. Der Partybus brachte uns zurück zur Schule und von dort holte uns Seans Mutter ab und lieferte mich zuhause ab. Aber natürlich musste ich vorher noch umknicken und meinen linken Schuhe komplett mit Matsch glasieren... -,-
Aber alles in allem ein sehr gelungener Abend und es hat mir wirklich viel Spaß gemacht. :)

Mittwoch, 22. Juni 2011

Outdoor Camp (no. 2)

Gestern und heute war das zweite Outdoor Camp... Ich werde es jetzt mal von anfang an erzählen und dann versteht ihr vielleicht, warum mir alles furchtbar weh tut.
Am Dienstag Morgen um 6:00 Uhr früh (!) standen wir alle mehr oder weniger im Dunklen vor der Schule und warteten auf die Lehrer. Wir hatten drei weiße Vans mit denenn wir herum transportiert wurden.
Ich quetschte mich zwischen Matt und Joe auf eine Rückbank und wir verbrachten die Fahrt damit uns iPod Stöpsel zu teilen, über die Tatsache zu diskutieren, dass das deutsche Wort "Kind" ein bisschen wie "Cunt" ausgesprochen wird, und sie fanden heraus dass ich nicht kitzlig bin, bis auf mein Knie... ;)
Irgendwann kamen wir auf eine ziemlich holprige Straße, die in die "Coromandels" führte, so eine Art Nationalpark. Wir stoplerten dann alle beim Campground aus den Vans und bauten etwas unkoodiniert die Zelte auf, fluchend nach Zeltstangen und -planen suchend.
Dann ging es sofort los, wir brachen auf, richtung Gipfel der Pinnecals.
Dazu muss ich jetzt mal was sagen. Ihr kennt ja alle deutsche Wandertage. Da wankt man ein bisschen so einen netten Berg rauf, mit eindeutigen Fußpfaden und dann geht man wiede runter, alles in allem keine große Sache. Nicht so in Neuseeland. Die Hälfte der Zeit schlugen stoplerten wir im Busch herum, kein Pfad, nur am und zu mal eine Hängebrücke die bedrohlich hin und her schwang. Mein Schuh blieb im Matsch stecken und es zog ihn mir samt Socke aus. Wir ächzenten und klammerten uns an morsche Bäume um nicht wieder irgendwelche Hänge runter zu rutschen während der Regenwald um uns immer dichter zu werden schien.
Aber plötzlich lichtete sich das ewige Grün und wir standen im freien auf einem Felsvorsprung und guckten etwas perplex in die gewaltige Tiefe knapp unter unseren Füßen.
Doch das war noch lange nicht alles. Der Regenwald war zwar nicht mehr so dicht, aber jetzt wurde es steiler und felsiger. Die Szenen vom Herr der Ringe, Die Rückkehr des Königs, wo Aragorn, Legolas und Gimlie zu diesen halbtoten Kriegern gehen und sie um Hilfe bitten, mit ihnen um Gondor zu kämpfen wurde hier gedreht. Das sieht man auch.
Das schlimmste waren diese provisorischen Treppenstufen. Da waren ungefähr 36427420218 von denen... Meine Beine waren so tot, ich kann keine einzige Stufe mehr sehen!!! Das war das anstrengenenste was ich je gamcht habe. Schließlich erreichten wir den Pinnacle Hut, nach einem schnellen Mittagessen konnten diejenige, die wollten den kleinen Pfad bis wirklich ganz nach oben gehen.
Ich wollte natürlich dahin also machte ich mich auf den Weg mit ein paar anderen Leuten und wir liefen weitere 40 Minuten. Schon wieder Treppenstufen! Das ist da halt einfach so steil... aber das ist echt furchtbar da lang zu laufen. Das sind kleine aber hohe Stufen und du glaubst jeden Moment du fällst rückwärts in die Tiefe. Irgendwann hören die Stufen dann auf und wir mussten eine Leiter hoch kraxeln und irgendwann gabs auch keine Leiter mehr sondern nur noch rohen Fels, mit ein paar Vorsprüngen zum festhalten und ein paar Bäumen (da oben begann komischerweise wieder auf ein mal der Regenwald)... Ich kletterte vor mich hin, als ich merkte wie James, der vor mir unterwegs war immer langsamer wurde und immer mehr fluchte. Es kam dann raus, dass er Höhenangst hat und eigentlich nicht so gerne relativ frei an irgendwelchen Steinwänden hing. Aber wir ermutigten ihn alle, sodass er es am Ende auch schaffte.
Da oben zu stehen war wirklich Wahnsinn. Du siehst kilometerweit, bis zum Meer und stehst wirklich komplett frei auf dem allerhöchsten Fels dieser Bergkette. Leider fiel mir meine Kamerea in eine Pfütze und ich versuche sie im Moment wieder zum funktionieren zu bringen.
Viel Zeit blieb uns nicht da oben, wir wollten ja vor der Dunkelheit wieder beim Camp sein. Ich folgte also ein paar Leuten (und einem Lehrer) einen Weg runter, von dem wir glaubten, es sei der, den wir gekommen waren. Aber irgendwie erinnerte sich niemand daran und wir fanden uns auf einemal im tiefsten Busch wieder und nach zehn Minuten hatten wir eine Sackgasse vor uns, bei der es eine Machete gebraucht hätte um durch zu kommen. Also drehten wir um, nachdem wir alle völlig zerkratzt waren und fanden den richtigen Weg. Kurzzeitig wollte ich falsch abbiegen und eine Richtung einschlagen, in der ein etwas zerissenes Band am Baum hing wo groß "DANGER" drauf stand. ;)
Für unseren Rückweg hatten die Lehrer einen anderen Weg geplant, der zwar länger gehen sollte, aber dafür angeblich schöner war.
Das Ergebnis war, dass wir ständig bergauf liefen und alle Schüle mehr oder weniger missmutiger wurden. Mr. Howarth meinte, es seien nur 15 Minuten bergab und dann ginge es nur noch bergauf. Nachdem wir fast zwanzig Minuten uns schon wieder irgendwelche Treppen rauf gequält hatten war es eine Zeit lang flach und auf ein Mal war da wieder ein riesiger Hügel, den wir uns rauf schleppten. Oben angekommen klappten alle etwas zusammen und Taylor, der schrankhafte Maori, meinte: "Oi, Sir. What is this? Ya say s'all downhill and suddenly we a walkin' up dat big hill!" ;)
Aber tatsächlich, danach ging es hauptsächlich runter. Was aber auch nicht besse war, wenn man diese Treppenstufen runter rennt, die Knie springen einem da fast raus...
Wir überquerten noch mehr Hängebrücken, auf denen immer nur eine Person stehen durfte, also dauerte das immer ein bisschen. Bei der letzten Brücke saß ich mit der Hälfte der Klasse bereits auf der anderen Seite und wir warteten auf den Rest, als James (wieder etwas wacklig, da die Brücke relativ hoch über einem reißenden Fluss hing) drüber ging und irgendwer rief: "Eh, James! Plank it!" Wenn ihr nicht wisst was "planking" ist, googelt es. Jedenfalls meinte er darauf sarkastisch: "Oh yeah. That's a meaaan idea." und Taylor rief, also das gleiche ihm zu geschrien wurde: "YOU plank it!"
Irgendwann kamen wir endlich wieder beim Camp an. Der gesamte Tramp hatte ungefähr acht Stunden gedauert...
Wir zogen uns trockene Sachen an (alle Schuhe waren komplett durchnässt) und kochten unser Abendessen. Dann quetschten sich plötzlich acht Leute in Bridget's, Chelsea's und mein Zelt. Von sechs bis neun spielten wir, John, Brooke, Rachel, Joe und Matt lautstark alle möglichen Kartenspiele. Unteranderem ein Spiel namens "Bullshit" aber wir durften nicht fluchen, weil der Lehrer zu nah dran waren also wurde es schlichtweg in "Bullsnap" umbenannt. Als wir das englische Equivalent zu "Schwarzer Peter" spielten zog Brooke ausversehen zwei Karten von Joe und er meinte darauf hin (natürlich im Scherz) "Oi! You took two cards, ya greedy bitch!"
Ich fand heraus das Matt anscheinend unkontrollierbare Zehenzuckungen hatte, nachdem er ungefähr zum achten Mal mich veranlasste auf zu springen und hektisch auf meinen Rücken einzuschlagen, weil ich dachte da sei ein Viech.
Irgendwann mussten sich alle in ihre eignen Zelte verziehen. Es wurede ziemlich kalt, aber unser Zelt war noch von den ganzen Leuten warm und ich schlief mehr oder weniger durch.
Heute morgen um halb sieben begannen alle ihre Zelte zusammen zu rollen und wir machten uns auf den Rückweg. Abermals zwischen Matt und Joe eingequetscht schlief ich und die anderen die meiste Zeit. Wir benutzten unsere Schultern gegenseitig als Kissen und das war trotzdem unbequem.
Naja. Und jetzt bin ich wieder "zuhause"... :)

Dienstag, 7. Juni 2011

Kiwi Facts, Part VII

all good / all guudz =  passt schon, schon okay, alles klar,... mehrdeutig. Insgesamt einfacher Ausdruck von "ich hab verstanden, was du gesagt hast und ich lehne es nicht ab oder leugne es"
lippy = Lippenstift (lipstick)
bout = Kofferraum
hubby = Ehemann (husband)
pohm/pom = Engländer. Hab ich schon mal geschrieben, glaube ich, aber ich weiß jetzt warum die "pohms" heißen: "Prisoner Of Her Majesty"
chinks = Chinesen
knickers = Unterhosen
shitting bricks = nervös sein, wegen zum Beispiel einem Exam. Davor stehen sie alle rum: "Man, I'm so shitting bricks here!" 

das "th" wird hier ab und zu zu einem "f" gemacht. Vorallem von kleinen Kindern: "Wif" statt "with" und "bef" statt "beth"